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Erziehung zum tugendhaften Bürger
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Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Vom Gesellschaftsvertrag (Taschenbuch) Rousseaus "Du Contrat Social" reiht sich ein in die politischen Theoretiker des Gesellschaftsvertrages zur Etablierung einer verfassten Ordnung. Seine Variante kann als demokratischer Kontraktualismus eingeordnet werden, der sich allerdings an den historischen Modellen der Volksversammlungen wie Sparta oder der römischen Repulik orientiert. Und nicht für grosse Länder wie Frankreich gedacht war, wo die Jakobiner ihren "Terreur" mit ihm legitimierten.
Entgegen seinen früheren Schriften, wo er von einem idyllischen Naturzustand ausging, wo der Mensch allein und genügsam lebte, geht es hier nicht mehr um die Rekonstruktion desselbigen. Es gibt kein "retour á la nature."
Vielmehr soll die natürliche Freiheit des Menschen auf einer höheren gesellschaftlichen Ordnung neu errichtet werden, da der Mensch in Ketten liegt.
Dazu benötigt man eine "Vereinbarung", wodurch die Summe der Individuen zum Volk wird. Gleich Thomas Hobbes handelt es sich um einen Veräußerungsvertrag, wobei die Souverenität nicht an einen "Leviathan" übertragen wird.
Es handelt sich vielmehr um eine Form radikaler Volkssouverenität, wo der einzelne sich selbst und seine natürlichen Rechte an die Volksversammlung entäußert. Mithin sich dem Gemeinwillen (volonté générale) unterwirft und seine egoistischen Interessen aufgibt. Damit wird er zum Teil des Gemeinwesens. Er ist Teil der volonté générale und verpflichtet sich gleichzeitig zum Gehorsam als Untertan des Gemeinwesens.
Damit steht Rousseau auf der anderen anthropologischen Seite als Hobbes und Locke, da diese Form der radikalen Volkssouverenität den "tugendhaften Bürger" benötigt, der dazu erzogen werden soll.
Rousseau stellt sich als Antipode der liberalen Demokratietheorie dar, da die radikale Volkssouverenität keine Repräsentation kennt, da der Gemeinwillen über jede verfasste Ordnung thront. Damit kann auch keine Gewaltenteilung existieren. Und die auf Zeit gewählten "Repräsentanten" stellen weisungsgebundene "Beauftragte" dar. Zudem kann es auf Grundlage dieses Demokratiemodells keine Interessenvertretungen und Parteien geben, da Eigeninteressen nicht auf die politische Ebene durchschlagen dürfen.
Gleichzeitig stellt sich das Problem von Menschen- und Grundrechten, da diese ansonsten jeder legislativen Massnahme entzogen sind. Hier kennt der Staat einen solchen Schutzraum nicht. Sondern es gelten die Rechte, die der Staat verleiht.
Trotz der problematischen Konstruktion einer radikalen Volkssouverenität, die keine Menschen- und Grundrechte kennt, bleibt Rousseau ein Klassiker, den man gelesen haben sollte.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 15. Dezember 2006 | | |
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